Filmvorträge haben Tradition beim Kanu- & OutdoorTestival. Am Samstag, den 1. Juni 2019 zeigt uns der bekannte Kanufilmer Olaf Obsommer Gegensätze beim Paddeln auf: Er entführt sowohl nach „Island: Eisiger Tanz mit dem Götterfall“ wie auch nach „Indien: Monsun & Bürokratie“. Ruhiger geht es beim Küstenpaddeln in Kroatien zu.

Eines haben die Filme trotz aller Unterschiede gemeinsam: Fantastische Natur-, Landschafts- und Action-Aufnahmen, auf Großleinwand einfach nur zum Genießen!

Eintritt:                 10,- Euro p. P.

Termin:                Samstag, 1. Juni 2019, 18 Uhr

Ort:                     Regattaanlage Oberschleißheim, Regattabüro (Nähe Zielturm)

Die Gelegenheit, Olaf Obsommer in München zu sehen, ist selten!

Der Filmemacher Olaf Obsommer wurde für seine Werke gerade mit dem World Paddle Award in der Kategorie „International Media Professionals“ ausgezeichnet.

Lasst Euch das nicht entgehen!!!

Trailer-Links:
Facebook:
https://www.facebook.com/obsommer/videos/10156514791478745/
Youtube: https://youtu.be/ourg0sETfTQ
Vimeo: https://vimeo.com/287339416

Indien – Monsun und Bürokratie

Der Bundesstaat Kerala im Südwesten des Landes hat in der Regenzeit Potenzial für gleich mehrere Paddlerleben. Die größte Herausforderung ist jedoch, überhaupt aufs Wildwasser zu kommen – denn die Mühlen der indischen Bürokratie mahlen langsam und unberechenbar.

Völlig weiß ist der Kerala auf der Paddlerlandkarte schon länger nicht mehr: Bereits zum siebten Mal fand Ende Juli in Kodanchery das »Malabar River Festival« statt. Asiens größtes Kajakevent lockt mit einem üppigen Preisgeldtopf jedes Jahr einige der besten internationalen Wildwasserpaddler an. Auf unterschiedlichen Flüssen messen sich Profis und lokale Amateure in den Disziplinen Freestyle, Slalom, Boatercross und Downriver Sprint. Für Olaf Obsommer und sein Team (Thilo Schmitt, Philip Baues, Manuel Arnu, Quinn Cornell und Nouria Newman) sollte das Festival der perfekte Auftakt sein für einen Erkundungstrip in die Dschungel-Wildwasserwelt Keralas.

Die Tourismusbehörde hatte dem Team die bestmögliche Unterstützung zugesagt: einen Van samt ortskundigem Fahrer und vor allem Hilfe bei den nötigen Permits, um zu den Flüssen zu gelangen. Doch scheinbar waren die zuständigen Behörden wegen des ungewöhnlich starken Monsuns alarmiert. Vor Ort schien es ein Ding der Unmöglichkeit, Genehmigungen zu bekommen. Mit viel Beharrlichkeit und Tatendrang gelang es der verbliebenen Crew am Ende doch noch, dem widerspenstigen Kerala einige Erstbefahrungen und spektakuläre Flusskilometer abzuringen.

Dass es weitaus größere Sorgen als bürokratische und kulturelle Hindernisse für Kajaktouristen gibt, zeigte sich auf dramatische Weise, nachdem das Team längst wieder zu Hause war. Der Monsun steigerte sich zum stärksten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Durch die Jahrhundertflut verloren mehr als 350 Menschen ihr Leben, Hunderttausende ihre Häuser und Existenzen.

Fotos: Manuel Arnu

Island – Eisiger Tanz mit dem Götterfall

Die Wasserfälle im Norden Islands sind schon im Sommer eine Herausforderung für wagemutige Wildwasserpaddler. Wie verrückt muss man da erst sein, diese im Winter zu versuchen?

Anfang März 2018 sind Matze Brustmann, Adrian Mattern, Jobst Hahn und der vierfache Extremkajak-Weltmeister Sam Sutton aus Neuseeland zum bekannten Goðafoss gereist, um das Außergewöhnliche zu wagen. Am »Fall der Götter« gelangen dem Quartett binnen mehrerer Tage ein Dutzend erfolgreiche Fahrten auf den unterschiedlichsten Routen – darunter die Erstbefahrung des 14 Meter hohen Hauptfalls in Strommitte im Winter.

»Vom fehlenden Gefühl in den Händen einmal abgesehen, ist eine Befahrung kaum schwieriger als im Sommer«, so der Münchener Paddler Matze Brustmann im Anschluss. »Kommt man allerdings in Schwierigkeiten und gerät am Fuße des Wasserfalls in eine tückische Unterströmung, tickt die Uhr unerbittlich.« Damit eine Rettung im eisigen Wasser sichergestellt war, befanden sich stets zwei Paddler im Kajak unterhalb des Wasserfalls in Bereitschaft, um ihren Kameraden im Notfall zur Hilfe kommen zu können.

Fotos: Michael Neumann